Gemeinsam mit dem Architekten Jan Špaček eröffnen wir am 10. Juni 2021 eine Ausstellung seiner Bilder in der GALERIE MY DVA in Brünn.
Drahtzeitalter. So nennt die Familie von Arch. Jan Špaček seine Phase der Faszination für Hochspannungsmasten, Drähte, Schutzschalter usw. Die Bilder von Jan Špaček werden Ihre Wahrnehmung dieser Objekte in der Landschaft völlig verändern! Die Ausstellung können Sie bis zum 30. Juli in unserem „Haus aus Stühlen“ genießen.
Jan Špaček. Maler oder Architekt?
Maler oder Architekt werden? Beides wünschte sich Jan Špaček schon seit seiner Kindheit. Schließlich wurde er Architekt, gab die Palette aber nie auf.
Der Architekt und Maler Jan Špaček ist jedoch vor allem ein Naturliebhaber. In seiner Kindheit suchte er romantische, möglichst einsame Orte mitten in den Wäldern, mitten im Nirgendwo… Und vor allem ohne Strom! Dieser holte ihn mit der Zeit jedoch ein… Er wollte nicht dauerhaft im Zentrum von Prag wohnen und erkannte, dass ein Leben ganz ohne Strom nicht möglich ist. Als Kompromiss für seine Familie erwarb er ein Anwesen unweit von Prag. Mit Strom! Und auch mit einem Hochspannungsmast. Direkt auf den Wiesen vor dem Haus, fast direkt im Blickfeld…
Lange versuchte er, den Mast zumindest ein wenig zu verdecken. Er pflanzte Bäume, Sträucher und Kletterpflanzen. Bis schließlich im dritten Jahr ein Traktorfahrer kam und sagte: „Herr Špaček, wir pflügen Ihnen das sowieso immer wieder um!“ In diesem Moment begriff er, dass er sich mit dem Mast abfinden muss…
Romantische Phase und Nostalgische Phase
Wie die meisten Künstler blieb auch Jan Špaček nicht bei nur einem Thema. In seiner Jugend spiegelte sich auf den Leinwänden seine Begeisterung für Südböhmen und malerische Dörfer wider. Diese wurden mit der Zeit von farbenfrohen Volksdörfern und später von nostalgischen Bildern alter Menschen abgelöst. Die ganze Zeit über war die Natur seine größte Muse. Bis plötzlich…
Das Drahtzeitalter oder die Elektro-Phase
Bei einem seiner Streifzüge durch die Umgebung fotografierte er wie üblich die Schönheiten der Natur… Als er die Fotos später zu Hause bearbeitete, fiel ihm ein Mast auf, der auf mehreren Aufnahmen erschien. Das Spiel der Schatten auf dem Mast bei Sonnenuntergang faszinierte ihn so sehr, dass er die anderen Naturobjekte nicht mehr beachtete. Am nächsten Tag ging er mit dem Skizzenblock los und kehrte statt mit Bildern von Bäumen oder Vögeln mit Dutzenden von „Elektromotiven“ zurück, einschließlich eines alten, rostigen Transformators. Die angefangenen Studien füllten das ganze Haus, und die Elektro-Phase oder das Drahtzeitalter, wie Jan Špačeks Familie diese kreative Phase treffend nannte, begann. Und es herrschte Freude!
„Zum Glück stieß ich auf Verständnis und Anerkennung, nicht nur bei meiner Familie, sondern auch bei Architektenkollegen und Malern. Sogar bei einigen bedeutenden Kunden! Am meisten schätze ich jedoch die Anerkennung meines damals sechsjährigen und extrem technisch orientierten Enkels, den mein Malerberuf ansonsten absolut nicht interessiert. Er stand lange verträumt vor einem der Isolatoren und sagte dann gefühlvoll: ‚Endlich hast du mal was Schööönes gemalt‘… Mit der Zeit wurde das ‚Drahtzeitalter‘ zwar durch die architektonische Arbeit in den Hintergrund gedrängt, aber an diese erste Begeisterung erinnere ich mich sehr gern. Als ich wieder zu den Pinseln zurückkehrte, begann die Schönheit der Natur über die Technik zu siegen. Der detaillierte Blick auf abgefallene Blütenblätter zwang mich dazu, ihre unglaubliche Kunst festzuhalten. Und so habe ich meine Ausstellung arbeitstitelmäßig ‚VOM TRAFO ZUM MOHN‘ genannt…“ (Ing. Arch. Jan Špaček)
Quelle: Jan Špaček, Geschichte der Bilder





